Am Dienstag bekam Klaus Wammes in der Erfurter Staatskanzlei die
Urkunde, gestern folgte in Breitungen der Pokal: Global LightZ ist jetzt
offiziell einer von 365 Orten im "Land der Ideen".
Breitungen - Juliane von Trotha, Projektmanagerin der Initiative "Land der Ideen",
war nicht nach Breitungen gekommen, um Bescheidenheit zu üben. "Die
Ehrung kommt von höchster Stelle" versicherte sie dem Gründer und
Geschäftsführer der Breitunger Firma Global LightZ, Klaus Wammes, und
gratulierte ihm zur Auszeichnung im bundesweiten Wettbewerb "365 Orte im
Land der Ideen". Wie von Trotha erklärte, stehe hinter der Initiative
"Land der Ideen" eine weltweit einmalige Form der Zusammenarbeit
zwischen Wirtschaft und öffentlicher Hand. Ziel sei, die
Innovationskraft Deutschland mit ihrem Ideenreichtung sichtbar zu machen
und ein sympathisches Deutschlandbild zu vermitteln.
Als Symbol für diesen Ideenreichtung
stehen schwarze, rote und goldene Dahlien. Blüten, die zur Marke
geworden sind und gestern auch bei Global LightZ als "Ausgewähltem Ort
2011" für Farbtupfer sorgten: Auf Transparenten, auf der Urkunde, auf
dem Pokal.
Die Auszeichnung hatte Global LightZ mit dem "V-Light" an die Werra geholt: Ein hier entwickeltes, veränderbares Energiesparlicht, das den
Tagesverlauf des Sonnenlichts simuliert und damit zum Wohlbefinden des
Menschen beitragen soll (wir berichteten).
"Ein herausragendes Beispiel für Experimentierfreude" lobte Steffen
Kühnemann von der Deutschen Bank in Erfurt in seiner Laudatio. Die
Deutsche Bank ist Partner in dem Wettbewerb und wolle auf diesem Wege
mithelfen, Potenziale zu aktivieren. Denn der Rohstoff Deutschlands
"steckt in den Köpfen", sagte Kühnemann, als Leiter des Bereichs
Geschäftskunden bei seiner Bank, wohl wissend, dass es für Unternehmer
"nicht ganz einfach ist", für eine innovative Idee eine passende
Finanzierung zu finden.
Bürgermeister Peter Heimrich (SPD) griff das Thema in seiner Rede
auf. Bei der e3-Technologie von Global LightZ handle es sich um ein
besonderes Licht. Ein Licht, das veränderbar ist, das keine Schatten
wirft, für dessen Erzeugung man nur Bruchteil der Energie einer
gewöhnlichen Lichtquelle benötigt. Die Lampen sind langlebig,
recycelbar, temperaturbeständig - alles Vorzüge, bei denen man meinen
müsste, die Markteinführung eines solchen Produkts sei eigentlich ein
Kinderspiel.
Die Realität, sagte Heimrich, sei aber leider eine andere. Der
Bürgermeister verfolgt den Kampf der jungen Breitunger Firma, ihre
Innovation am Markt zu etablieren, seit einiger Zeit. Und immer öfter
frage er sich: "Was sind Innovationsleistungen heute eigentlich noch
wert?" Ohne entsprechende Partner werde es schwierig. Heimrich nannte
dabei gerade die Banken. Leider sei das Verhältnis zwischen
Mittelständler und Finanzierungsinstitut "nicht mehr das, was es
angeblich früher einmal gewesen ist". Ohne das Vertrauen der Banken aber
würden immer weniger Innovationen Marktreife erlangen, könne es für die
Unternehmen existenzbedrohend werden. Das Streben nach Neuem dürfe
nicht durch starre Regeln gebremst werden. Wären die Ideen von Daimler
und Benz damals nach diesen Regeln bewertet worden, sinnierte Heimrich,
"hätte wohl niemals auch nur ein Auto gebaut werden können".
Neben den Banken nahm Heimrich auch gleich noch die Politik ins
Gebet. Die sollte normalerweise das Agieren von Banken vorgeben. Gäben
die Banken aber Renditeziele von 20 Prozent und mehr aus, "dürfte klar
sein, dass diese Ziele im Mittelstand kaum zu erreichen sind" - viel
eher durch Wetten auf Rohstoffe, Kreditausfälle oder Währungskrisen.
Wenn die Politik an dieser Stelle nicht aufpasse, "kann es leicht
möglich sein, dass Innovationen und Investition beim Mittelstand künftig
nicht mehr stattfinden werden". Politik müsse "die Auswüchse von Gier
und Renditegeilheit" eindämmen und die Banken Dienstleister für jene
sein, "die mit Innovation und Unternehmermut den Wohlstand unserer
Gesellschaft begründen". Heimrich wünschte Global LightZ für die
Markteinführung der e3-Technologie Durchhaltevermögen und Partner, "die
den Namen tatsächlich verdienen". Worte, die Geschäftsführer Klaus Wammes gerne hörte. Verlässliche
Partner seien tatsächlich das Wichtigste, denn "alleine kann heute
keiner mehr etwas machen". Abhängigkeiten allerdings müsse man gestalten
- und das auch dürfen. Als motivierend empfindet Wammes, mehr und mehr
Rückmeldungen aus der Öffentlichkeit zu bekommen. Dazu trug schon im
vergangenen Jahr die Auszeichnung mit dem "Thüringer Innovationspreis"
bei - und jetzt die Ehrung als "ausgewählter Ort" im "Land der Ideen".
"Wir sind sehr stolz darauf", kommentierte Wammes die Preisverleihung.
Mann hoffe, nun auch "die nächsten Schritte zu schaffen"
 Humor bewiesen: Landrat Ralf Luther brachte zur Preisverleihung einen
Karnevalsorden für Klaus Wammes mit. Der hängte ihn gleich um. Eine
Krawatte hätte sowieso nicht lange gehalten. Die Global-LightZ-Damen
griffen nach dem Festakt zur Schere und erbeuteten mehrere Binder. Bild:
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